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Distanzen: Huahine - Raiatea 20 Meilen (37 km), Raiatea - Bora Bora 25 Meilen (46 km)

September - Oktober 2014

90 Meilen (167 km) trennen Moorea von Huahine. Also bleibt uns fast nichts anderes als ein Nachtschlag übrig. Am Dienstag, 2. September erblicken wir in den frühen Morgenstunden das südliche Inselende von Huahine. Bis wir den Ankerplatz vor dem Hauptdorf Fare erreichen, dauert es nochmals 2 Stunden. Kurz nach 08h00 greift der Anker und bald geniessen wir das verdiente Frühstück im Cockpit in neuer Umgebung. Da wir wie gewohnt in der ersten Nacht eines Törns kaum schlafen, legen wir uns für die nächsten paar Stunden hin.
Am Nachmittag sind wir dann wieder voller Tatendrang und erkunden das Dorf Fare zu Fuss. Wie gewohnt gelten unsere Interessen erst der Lokalisierung von Supermarkt, Wäscherei, Bank, Tankstelle und Internet-Café.
Im Moment findet gerade die Vanille-Woche mit diversen Degustationen statt. Zu unserer Überraschung werden wir mit einem ganzen Menü verköstigt.
Der Fisch und die Quenelles an einer Vanille-Sauce schmecken sehr fein und erst das Dessert, ein Gedicht.
Weiter geht es innerhalb des Riffsgürtels in den Süden nach Avea. Dort erwarten uns bereits Valentine und Thor vom Katamaran Yum-Yum zum gemeinsamen Nachtessen. Kulinarisch geht es auch am nächsten Tag weiter. Wir lassen uns verleiten und nehmen am sonntäglichen "Four Tahitien" (traditioneller tahitischer Ofen) im Restaurant "Chez Tara" teil.
Der "Four Tahitien" bietet die Möglichkeit, polynesische Spezialitäten kennen zu lernen. Ein grosses Loch wird aus der Erde gehoben, dann mit Holz und vulkanischen, porösen Steinen bedeckt. Das verbrannte Holz lässt die Steine richtig glühend heiss werden. Auf diese werden Bananenblätter gelegt, darüber Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und alle möglichen lokalen Gemüse und Früchte (Süsskartoffel, Brotfrucht, Banane, Kochbanane, Knollenwurzeln etc.) verteilt. Das Ganze wird wiederum mit Bananenblättern und feuchten Säcken abgedeckt. Der Kochvorgang dauert einige Stunden.
 
   
Es gibt zig Varianten, wie man einen Paréo wickeln kann.
Ankerplatz in Avea
Aber wir sind ja nicht nur zum Essen her gekommen, sondern um die Gegend zu entdecken. Erst ankern wir in der schönen Bucht von Haapu, dann in der Bucht von Bourayne.
An beiden Orten ist es sehr tief (mehr als 20 m) und wir lassen das erste Mal unsere gesamte Ankerkette von 60 m raus. Eine längere Dinghifahrt bringt uns zur Maroe-Bucht. Der Weg führt unter einer Steinbrücke durch, wo sich einheimische Kinder den Spass nicht nehmen lassen, genau dann zu springen, als wir durchfahren. Ha, ha, schon sind wir pflotschnass.
 
Während den ersten zwei Septemberwochen ist das Wetter ziemlich durchzogen. Deshalb entscheiden wir uns, Huahine, auch Garten Eden genannt, ein anderes Mal mit dem Auto zu besichtigen. Zudem warten auf der Nachbarinsel Raiatea Sandra und Philippe von der Schweizer Segelyacht Ulani mit unserem sehnlichst erwarteten Ersatzteil, dem Mastlicht, welches auf der Pazifiküberfahrt den Geist aufgegeben hat.
So steuern wir am Sonntagnachmittag, 14.9., nach einer 4-stündigen Überfahrt den Hafen von Uturoa, den Hauptort auf der Insel Raiatea, an. Am Stadtpier dürfen die Segler kostenlos anmachen. Es hat Platz solang es hat. Zu unserer Überraschung ist fast alles frei. Den Grund erkennen wir bald, alles ist geschlossen, auch die kleine Mall mit den Boutiquen sowie die umliegenden, wenigen Restaurants. Das ist uns egal, denn Action findet an Bord von Vanupieds beim Apérölen mit "Ulani" und "Nuwam" statt.
Am nächsten Morgen sind wir schon früh auf den Beinen, holen frische Gipfeli und Baguette vom Supermarkt Champion, der sich 100 m neben der Anlegestelle befindet. Wir geniessen es, wieder einmal direkt am Steg und mitten im Geschehen zu sein. Allzu lange wollen wir hier trotzdem nicht verweilen, schliesslich kommen wir in 3 Wochen zurück und Bora Bora, die scheinbar schönste Insel der Welt, ruft!
Unser nächstes Rendez-vous steht bereits. Unsere Segelfreunde von der "Jean-Marie" mit Walter aus Zug und Jacqui aus Südafrika, die wir seit Bonaire kennen, werden in ein paar Tagen Richtung Fidschi lossegeln. Es bleibt uns noch ein wenig Zeit, Erlebtes auszutauschen.
 
Im "Bloody Mary’s" stossen wir auf das Wiedersehen an. Das "Bloody Mary’s" ist eine richtige Institution auf der Insel, wo schon zahlreiche Prominente diniert und ihren Namen auf der Promi-Tafel hinterlassen haben.
Hilton Bora Bora Nui Resort & Spa    
In den nachfolgenden Tagen wechseln wir von einem Ankerplatz zum andern und können uns an den prächtigen Farben der Lagune mit dem dahinter thronenden Mont Otemanu (727 m) kaum sattsehen.
 
Ein neuer Toyota wird geliefert.   Holz für kalte Tage???
 
Es wird heftig gebacken, keiner verhungert. Abwechslungsweise treffen wir uns zum Apéro.
Jean, Robert, Pierre, Jean-Claude, Françoise, Thierry.
     
Beim Spaziergang dem Strand entlang erreichen wir das Hotel Intercontinental Le Moana. Wir sind überrascht, dass wir einfachen Segler die Anlage bei den stattlichen Zimmerpreisen von US$ 823.-- überhaupt anschauen dürfen.
    Vaitape, der Hauptort von Bora Bora
Feines Nachtessen im "Bloody Mary's" zusammen mit "Hydra",  "Buenavista" und "Nuwam".
 
Am Sonntag, 5. Oktober motoren wir nach Raiatea zurück und können wieder am gleichen Platz am Stadtpier in Uturoa anlegen. Eine arbeitsreiche Woche steht uns bevor. Wir müssen alle Segel (Gross, Genua und Stag) dem Segelmacher Avea zum Nachnähen übergeben. Unterhaltsarbeiten wie  Öl- und Filterwechsel sind fällig sowie kleinere Reparatur- und Putzarbeiten.
 
Seit einiger Zeit bereitet uns zudem der Autopilot Sorgen. Zweimal hat er unsere Nerven arg strapaziert, als wir die Ruderkontrolle übernehmen wollten und der Pilot den Mechanismus des Ruders blockierte. Der Fehler lag beim Elektro-By-Pass des Autopiloten. Dieser war sehr stark korrodiert, weil er leider an einem Ort installiert ist, wo er den Elementen ausgesetzt ist. Zum Glück haben wir das richtige Ersatzteil an Bord. 
 
Ups, da haben wir wohl vergessen den Stöpsel zu ziehen.
 
Ein blinder Passagier.
 
Der Auswasserungstermin bei der Raiatea Carenage rückt näher. Wir nehmen für die letzte Nacht eine Boje vor der Marina.  Als wir am nächsten Tag vorwärts ins Hafenbecken einfahren, stellen wir fest, dass der Travellift zu kurz ist. Damit wir das Vorstag (Kabel, welches den Mast nach vorne hält) nicht abmontieren müssen, drehen wir das Boot kurzerhand um. Aber es reicht trotzdem nicht – wir müssen die Backstage (Kabel, die den Mast nach hinten halten) entfernen, was aber einfacher ist.
 
Da wir mit den Arbeiten schon im Wasser gut voran kamen, nützen wir die drei verbleibenden Tage zum Aufräumen und Putzen aus. Ebenso erledigen wir noch kleinere Arbeiten, die nur auf dem Trockenen möglich sind.
 
So beschäftigt uns erneut der Mechanismus des Ruderblattes, den wir vor 2 Jahren haben reparieren lassen. Seit ein paar Monaten können wir das Ruderblatt nicht mehr mit der Pumpe hochziehen, da die hydraulische Flüssigkeit abermals leckt. Das defekte Teil reist also wieder im Gepäck zur Reparatur mit. Hydroem, der Hersteller, verweigert eine Reparatur unter Garantie und begnügt sich mit der Zustellung einer kleinen Notiz zur Elektrolyse und eines Kostenvoranschlags von happigen € 500.--, etwa gleich viel, wie wir schon im Jahr 2012 berappen mussten.
 
Zeit zum Verdauen dieser Neuigkeit haben wir nun genügend, unsere Rückreise in die Schweiz dauert knapp 40 Std. Bon Voyage!
 
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