Marquisen vorher | nachher
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Die zurückgelegte Distanz in den Marquisen beträgt 255 Meilen (472 km)

April - Mai 2014

Die Kulisse des Ankerplatzes ist spektakulär. Vor allem die Felsformationen auf jeder Seite der Bucht sehen aus wie Wächter der Einfahrt.

Die Versorgungsmöglichkeiten auf Fatu Hiva sind sehr limitiert. Es gibt kein Flughafen und die Aranui 3, eine Mischung aus Touristen- und Versorgungsschiff, kommt nur alle 3 Wochen vorbei. Die ankommenden Segler haben noch keine polynesischen Francs und somit findet ein reger Tauschhandel mit der einheimischen Bevölkerung statt. Begehrt sind vor allem Fischleinen- und Köder, Parfum, Zigaretten, Alkohol und Munition (damit gehen sie auf Schweine- und Ziegenjagd) und im Gegenzug erhalten wir Früchte und Gemüse.

 
Das Gemeindehaus von Fatu Hiva.
 
Die Tiare ist französisch Polynesiens Nationalblume.
...auf dem Gang zur Kirche.
 

Jean von Aquablue begrüsst uns mit einer saftigen Pampelmousse. Der Geschmack ist anders, als den wir kennen: saftiger, süsslicher und exotischer.

 

Die Kopra ist eine wichtige Einnahmequelle und wird unter anderem bei der Kosmetik eingesetzt.

Spaziergang durchs Tal Richtung Wasserfall.

 
Im Garten von Madeleine pflückt Thierry Pampelmoussen.

Die "Mona Lisa" der Jungfernbucht.

Eines Abends treffen sich die Segler zum Nachtessen bei einem Einheimischen. Das gibt uns die Gelegenheit, typische Gerichte der Marquisen zu probieren: roher Fisch à la Tahitienne (mit Kokosnussmilch), Ziege an Currysauce, gegrilltes Schwein und geräuchertes Hähnchen, dazu Fritten gemacht aus der Brotfrucht, Reis und Poe, dies ist eine Art Melasse aus Maniok und Banane. Es schmeckte ausgezeichnet.

Nach 4 Tagen wird es an der Zeit, dass wir die Einklarierungsformalitäten auf der Insel Hiva Oa, die 45 Meilen nordwestlich liegt, erledigen. Auf Fatu Hiva gibt es keine Gendarmerie und die Segelboote, die hier direkt aus Panama oder Galapagos eintreffen, sind eigentlich illegal da. Da die Insel aber die östlichste und ein Zurückkehren mit den dominierenden Winden manchmal schwierig ist, schliessen die Behörden die Augen und tolerieren einen kurzen Aufenthalt.

In Hiva Oa, der zweitgrössten Insel der Marquisen, gibt es wieder Autos, Hotels, Restaurants und vor allem mehrere kleine Supermärkte. Das Dorf Atuona liegt eine halbe Stunde zu Fuss vom Ankerplatz entfernt. Glücklicherweise funktioniert das Autostoppen sehr gut – oft halten die Autos auch einfach so an und fragen, ob sie uns irgendwohin mitnehmen können.

Natürlich statten wir den Gräbern von Paul Gauguin und Jacques Brel einen Besuch ab. Der Friedhof liegt etwas höher gelegen, mit einer sehr schönen Sicht über die Bucht.

Frangipani
   

Anderntags unternehmen wir eine Fahrt ans Ende der Insel, nach Puamau. Dort entdecken wir die Tiki-Stätte I’iipona mit dem grössten Tiki von französisch Polynesien namens Taka’i’i (2,67 m) .

Wieder werden uns Köstlichkeiten aufgetischt.

Der Ankerplatz ist sehr unbequem; obwohl eine Betonmauer den Schwell teilweise blockiert und wir noch zusätzlich einen Heckanker gesetzt haben, lassen die Wellen uns tanzen. Zudem ist es sehr eng, es liegen etwa 20 Boote um uns herum, die meisten davon Teilnehmer einer weiteren Rally namens "Puddle Jump"  aus Mexiko und Panama kommend. Vorzeitig verlassen wir Hiva Oa und segeln die kurze Strecke rüber zur Nachbarinsel Tahuata.

Im Nordwesten der Insel hat es einige sehr schöne Ankerplätze. Einer davon ist  Hanamoenoa mit einem weissen Sandstrand, was selten auf den Marquisen ist. Dieser Platz wird fast täglich von Mantas aufgesucht und wir haben das Vergnügen, sie mit Schnorchel und Maske im Wasser zu beobachten.

Zum ersten Mal kochen wir die Brotfrucht.
Die katholische Kirche von Vaitahu wurde 1988 erbaut.
Ein stolzer Krieger.

Da uns der Ankerplatz vor dem Hauptdorf Vaitahu etwas rollig erscheint, fahren wir weiter nach Hapatoni und finden ein Plätzchen in der Bucht von Hanatefau. Das Kreuzfahrtschiff Paul Gaugin mit seinen rund 300 Passagieren wird erwartet. Das ganze Dorf ist auf den Beinen und bereitet sich für das Fest vor. Die Hafenmole wird mit Blumen und Bananenblättern geschmückt. Die Einheimischen tragen traditionelle Kostüme und verteilen den eintreffenden Touristen gut riechende Blumenkränze.

David und Bella von der SY Admetus
   

Alle Handwerker der Insel präsentieren ihre Skulpturen aus Rosenholz; Gravierungen auf diversen Knochen (keine Menschen..), Narwal- oder Haizähnen; Zeichnungen auf Tapas, das ist ein Stoff, der u.a. aus der Faser des Banyanbaums gewonnen wird.

Auf dem Dorfplatz singen und tanzen Gross und Klein zu Ukulele- und Tambour-Klängen.

Nach fast 10 Tagen setzen wir unsere Fahrt Richtung Nuku Hiva fort. Auf dem Weg dahin machen wir einen kurzen Stopp im Nordwesten von Hiva Oa, in der Bucht von Hanamenu. Die Attraktion dort ist ein kleiner, natürlicher Süsswasserpool. Was nirgendwo erwähnt wird sind die tausenden Nonos (No see ems), die sich ab unserem Blut erfreuen. Wir verlassen den Ort fluchtartig.  

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