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Die Distanz zwischen Panama City und San Cristobal, Galapagos beträgt 967 Meilen (1760 km)

Januar - Februar 2014

Vor Panama City gibt es einige Ankerplätze und zwei teure Marinas. Wir ankern vorerst in Las Brisas östlich der Kanaleinfahrt.
Obwohl jahrein, jahraus um die 50 Segelschiffe vor Anker liegen, ist der Zugang an Land eine Katastrophe. Das Dinghi wird erst an einem Floss festgemacht und mit Hilfe einer Nussschale zieht man sich wackelig an Land. Eine gute Gleichgewichtsübung und je nach Wind und Welle ein nasses Unterfangen.
Thierry flucht.
 
Bei 'Lenos y Carbon' gibt es nochmals ein saftiges Steak.
Wir bunkern so viel wie möglich und verlassen nach einer Woche Panama City Richtung Las Perlas, eine Inselgruppe, die rund 40 Meilen entfernt liegt.
Isla Contadora mit dem Unique Airport...
Wie schön es doch ist, wieder ruhige Plätze zu finden und umgeben von einer wunderbaren Natur zu sein. Die Tide beträgt rund 4 Meter und so entdecken wir immer wieder eine andere Landschaft. Während zwei Wochen segeln wir von einer Insel zur anderen und ausser auf der Insel Espiritu Santo kreuzen wir keine Segler.
 
Fischerdorf Esmeralda auf der Insel del Rey.
     

Rio Cacique, Isla del Rey
 
Isla Espiritu Santo mit seiner Kormoranenkolonie.
Punta Matadero

Es wird höchste Zeit, dass wir uns auf den Weg Richtung Westen machen. Aber vorher kehren wir nochmals nach Panama City zum Bunkern zurück. Dieses Mal ankern wir in La Playita und berappen gerne das anständige Dinghidock. Dieser Ankerplatz hat den Nachteil, dass er rollig ist, da Tag und Nacht die Frachtschiffe und vor allem die Tug-Boote unangenehme Wellen verursachen.

Die Bilge ist voll mit Nahrungsmitteln und Getränken. Ende Januar verlassen wir endgültig Panama Richtung Galapagos.

Die ersten paar Stunden haben wir Mühe, Abstand von den Perlas zu gewinnen. Wir liegen im Windschatten der Insel del Rey und kommen fast nicht vom Fleck. Aber dann dreht die Windrichtung und –stärke, sodass wir die Insel Malpelo schon nach 48 Stunden erreichen. Doch zu früh gefreut. Dahinter liegt die Flautezone und wir müssen fast 30 Stunden motoren, bis wir wieder Wind von Süden bekommen.

     
Hart am Wind flitzen wir über den Aequator.
Es geht flott dem Ziel entgegen. Nach unserem Geschmack müssen wir fast zu hart am Wind segeln. Doch wollen wir nicht an Höhe verlieren, da der Wetterbericht für später Wind aus Süd-Südwest ankündigt.  
Nach 6 Tagen erreichen wir den Hafen von Baquerizo Moreno auf San Cristobal und werden zugleich von Pelikanen, Fregatten, Blaufusstölpeln und natürlich Seelöwen begrüsst.
Ihm gefällts auf unserer Badeplattform.
 
Fischreiher
Flammenbaum
Die Einklarierung ist kompliziert und teuer. Wir haben im Vorfeld alles Mögliche abgeklärt und vor 6 Wochen einen lokalen Agent kontaktiert (Johnny Romero). Er beantragte für uns eine Segelbewilligung (Autografo), damit wir mehrere Inseln mit dem eigenen Boot besichtigen können. Ohne diese Bewilligung ist es verboten, den Hafen zu wechseln und man kann nur mit der Fähre oder einer organisierten Tour auf andere Inseln gelangen. Aus uns unbekannten Gründen hat dieser Agent besonders bei den anglosächsischen Seglern keinen guten Ruf. Auf jeden Fall war er am günstigsten und bei uns hat alles bestens geklappt, so dass wir ihn gerne weiter empfehlen.
Die Tiere sind im Allgemeinen sehr zutraulich.
 
Ist der Kleine nicht süss?
Das kleine Dorf Puerto Baquerizo Moreno hat viel Charme, einige nette und preiswerte Restaurants und viele Spazierwege in der näheren Umgebung. Der Ankerplatz ist sehr gut geschützt. Es hat um die 20 Fischerboote, die querbeet durchs Ankerfeld verstreut sind und von einer lautstarken Seelöwenkolonie belagert werden.
Obwohl wir unsere Badeplattform mit Fendern abgedeckt haben, gelang es einem jungen Seelöwen, sich auf die Fender zu legen. In der Nacht hören wir Geräusche aus dem Cockpit. Da hat es sich doch tatsächlich ein grosses Männchen auf der Bank bequem gemacht. Wir verjagen ihn, haben aber alle Mühe, das hinterlassene Düftchen los zu werden. Thierry verstärkt die Fendermauer mit Leinen und ab dann haben wir Ruhe.
Mit einem Taxichauffeur unternehmen wir einen Tagesausflug. Erst bringt er uns zum Kratersee El Junco, dem grössten Süsswasser-Reservoir des Archipels. Leider ist die Sicht nicht umwerfend. Ebenfalls besuchen wir die Galapaguera, eine Schildkröten-Aufzuchtfarm, wo sich die Tiere in Halbfreiheit bewegen können.
     
     
Alles ist am Blühen.
Puerto Baquerzio Moreno
Las Tijeretas
Die Kakteen stehen voll in ihrer Blütezeit.
Blaufusstölpel
   

An einem anderen Tag begeben wir uns mit der Tauchschule Wreck Bay zum Kickers Rock und machen 2 schöne Tauchgänge. Wiederum sehen wir viele Seelöwen, Schildkröten, Galapagos- und sogar Hammerhaie.

Neben den Fischerbooten liegen etwa 4 - 5 Segelboote vor Anker. Eines Abends verfolgen wir die Ankunft von drei grossen Segelschiffen. Am nächsten Morgen sind es bereits deren 15. Es handelt sich hier um die Teilnehmer der ARC World. Im Gesamten sind es 39 Segelboote, die innerhalb 22 Monaten die Welt via Kap der guten Hoffnung umrunden. Unnötig zu sagen, dass es mit der Ruhe vorbei war.

Nach 13 Tagen verlassen wir das Gewühl und segeln rüber zur Insel Santa Cruz. Puerto Ayora ist die grösste Stadt auf den Galapagos Inseln und Ausgangspunkt der Touristenboote. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Ankermöglichkeiten eng bemessen sind. Zudem ist die Bucht voll nach Süden ausgerichtet, von wo her der Grundschwell kommt. Es gibt nur eine Variante, um nicht wie wild zu rollen: man setzt noch einen Heckanker und gewöhnt sich ans Auf- und Abhüpfen. So ist es einigermassen auszuhalten und die meiste Zeit verbringen wir eh an Land. Für die kurze Strecke rufen wir ein Wassertaxi, da unser Dinghi immer noch verstaut in der Koje liegt. 

Die Stadt mit den verschiedenen Bars, Restaurants, Boutiquen und Hotels ist viel animierter als San Cristobal. Hier befindet sich auch die Charles Darwin Research Station, wo man nebst den Schildkröten und Landleguanen ein kleines Museum besichtigen kann.   

 
Puerto Ayora, Isla Santa Cruz
Im Weiteren gibt es einige schöne Spaziergänge zu machen, die u.a. zum grossen Sandstrand La Tortuga führen oder zu den Las Grietas, wo man in einem kristallklaren Wasserbecken zwischen zwei Lavamauern baden kann.  
Las Grietas
Die ganze ARC-Flotte versammelt sich Ende Februar in Santa Cruz. Wir wählen diesen Zeitpunkt und brechen früh morgens nach Puerto Villamil, Isabela, auf. Dank leichtem Wind und guter Strömung können wir die ganz Strecke unter Segel zurücklegen. Kurz vor der Hafeneinfahrt begrüsst uns ein grosser Manta und als Thierry später mit Schnorchel und Taucherbrille den Anker prüft, wird er von mindestens 50 goldigen Kuhrochen (Golden Cow Ray) umrundet. Zugabe erhalten wir von einem Pinguin, der hinter der Badeplattform herumsaust und kleine Fischchen jagt. Es ist fantastisch.
Puerto Villamil, Isla Isabela
 
     
 
     
 
Auch an Land erleben wir wieder die tolle Flora und Fauna. Puerto Villamil ist ein kleines verschlafenes Dorf, wo die Strassen noch nicht aus Beton sind. Ein wunderschöner langer Sandstrand und tausende von Kakteen runden das tolle Panorama ab.
 
   
Schildkrötenaufzucht-Station Crianza
 
Lava-Möve    
 
Ausblick auf das Hinterland vom "Cerro Orchilla".
 
Die Tränenmauer wurde von Häftlingen gebaut (1946 - 1959).
 
Baby-Pinguin
 
Blaufusstölpel
Unsere Vorbereitungen für die lange Ueberfahrt zu den Marquesas (3000 Meilen) sind am Laufen. Fehlt nur noch der Wind. Bis er zurückkommt erfreuen wir uns noch an den Schönheiten der Insel.
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