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Deltaville
1143 Meilen (2116 km) zwischen Beaufort, North Carolina und George Town, Exumas

Dezember 2012 - Januar 2013

Der Herbst und die kühlen Temperaturen sind definitiv ins Land gezogen. Nach einer schönen Woche in Beaufort, North Carolina, nützen wir eines der wenigen Wetterfenster aus, um in den Süden zu stechen. Zusammen mit dem Segelschiff Innamorata II (Carole und Steve) verlassen wir den Beaufort Inlet und werden gleich von einem steifen Wind um die 30 Knoten und einer Kreuzsee empfangen.

Nach 24 Stunden hat Innamorata II genug und verabschiedet sich Richtung Charleston, South Carolina. Wir erwägen ihnen zu folgen, da die Bedingungen bei Weitem nicht ideal sind. Hingegen machen wir schnelle Fahrt und entscheiden uns, wie geplant Fernandina Beach in Florida anzusteuern. Eine lange Gewitterfront mit 40 Knoten Wind macht das Ganze während 3 Stunden noch ein bisschen "spannender"

Taylor Creek, Beaufort

 
   

Nach 36 Stunden Schütteln nimmt der Wind leicht ab, der Himmel bleibt aber grau bis zu unserer Ankunft in Fernandina Beach. Wir freuen uns auf das Wiedersehen mit Erika und Reini und verbringen fünf angenehme Tage in ihrer Gesellschaft.

Fernandina Beach
 
Gerichtssaal

Fernandina Beach, schön weihnachtlich dekorierte Schaufenster.

 
Reini und Erika, SY Nora (CH)
 
St. Augustine

Mit auslaufender Tide verlassen wir Fernandina Beach um fünf Uhr in der Früh, um mit Hochwasser in St. Augustine einzulaufen. Der Inlet hat einen schlechten Ruf. Die Strömung verschiebt dauernd die vorgelagerten Sandbänke und die Tiefen ändern regelmässig mit den Gezeiten. Die exakte Kanaleinfahrt ist nicht auf den Karten eingezeichnet, weil die Markierungen nach Bedarf verschoben werden. Wir sichten die Eingangsboje (rot/weiss markiert), aber keine weiteren. Die Wellen brechen über die Sandbänke und der Skipper ist nervös. Claudia sichtet in der Ferne erst eine grüne, dann eine rote Boje, auf die wir Kurs halten. Bald beruhigt sich das Gewässer und auch der Skipper. Wie wir später erfahren, hat das schlechte Wetter 3 Bojen weggerissen.

St. Augustine ist angeblich die älteste Stadt der USA. Sie ist sehr hübsch mit ihren alten Holzhäusern und Fussgängerzonen, aber auch sehr touristisch. Wir feiern hier das Erntedankfest (Thanksgiving) wie es sich gehört und kosten das traditionelle Gericht: Gefüllter Truthahn, Kartoffelstock, Kürbiskompott und zum Dessert Zitronenkuchen. Das ausgewählte Restaurant hat einen enormen Andrang. Wir erhalten erst einen Pager, welcher nach 35 Minuten piepst, um uns mitzuteilen, dass endlich ein Tisch für 2 frei geworden ist.

 
   
Daytona Beach
 
 

3 Tage später geht die Fahrt weiter, dieses Mal wieder dem ICW entlang nach Daytona Beach und Vero Beach. Im Herbst findet sich hier jährlich eine grosse Seglergemeinschaft ein. Der Ort ist sympathisch und gut organisiert. Mit einem Gratis-Bus gelangt man zu all möglichen Geschäften und Supermärkten. Aus diesem Grund nennt sich der Ort auch «Welkro Beach», weil einige Segler hier länger als geplant hängen bleiben.

Nasa Causeway Brücke
 
Nasa, Cape Canaveral

Zusammen mit Glenys und Neville feiern wir am 5. Dezember den 50. Geburtstag von Thierry. Vorgängig hatten wir ein nettes Restaurant ausgemacht, wo wir den Anlass mit einem guten Nachtessen feiern und den Abend auf Vanupieds mit einem Glas Champagner ausklingen lassen.  

Glenys und Neville, SY Alba (GB)

   
Jupiter Inlet
 
Palm Beach

Die Grib-Wetterdaten zeigen gute Bedingungen vor der nächsten Kaltfront. Der Wind kommt demzufolge erst aus Süden und drückt das Meer im Golfstrom, der mit 2 Knoten in den Norden trägt, platt.

Am 10. Dezember, nach fast 6 Monaten im Land von Onkel Sam, verlassen wir die USA von West Palm Beach (Lake Worth) Richtung Abacos, Bahamas. Am Wind, mit einem Reff, halten wir Kurs auf Freeport (104 °). Durch Wind und Strömung versetzt, erreichen wir unser Ziel auf der Little Bahama Bank, Memory Rock (081°), kurz vor Sonnenuntergang. 30 Stunden später, unter besten Segelbedingungen und 4-stündiger Ruhepause in West End Cay, ankern wir in Green Turtle Cay, wo wir offiziell in den Bahamas einklarieren können.

New Plymouth, Green Turtle Cay, Abacos
 
Bahamische Weihnachtskrippe

Ein schöner, langer Spaziergang von unserem Ankerplatz in White Sound führt uns ins Dorf von New Plymouth. Das Büro der Immigration ist aber unerwartet geschlossen.  Als wir am Nachmittag zurück kehren, dieses Mal mit dem Dinghi, stehen schon mehr als 10 Segler vor dem immer noch geschlossenen Büro. Um 16h00 trifft die Beamtin endlich ein und kriegt fast einen Schlag, als sie die Menge sieht, die sie noch einklarieren muss. Nach dem der Papierkrieg erledigt ist und die 300 US$ bezahlt sind, erhalten wir den Navigationsschein für die Bahamas.

Hibiskus
 
Great Guana Cay

Die Aussicht von Nippers ist super und die Bahama Mama Cocktails schmecken ausgezeichnet.

Wie schon im letzten Frühling geniessen wir die schönen Ankerplätze, müssen uns aber 1 bis 2 Mal die Woche vor Kaltfronten in Marsh Harbour, Man-O-War oder Hope Town schützen.</p>

Weihnachten feiern wir in Hope Town bei Capt´n Jack zusammen mit Lise und Pierre aus Québec.

Boat Harbour Marina, Marh Harbour
 
Conch Man

Den letzten Tag des Jahres verbringen wir an Bord von Nuwam, die ihre Freunde Moni und Ralf (links) zu Besuch haben.

Erst ein gemeinsames BBQ, dann gehen wir an Land, verfolgen die Mini-Junckanoo-Parade und das Feuerwerk um Mitternacht.

Elbow Cay, Abacos
 
Tahiti Beach - jeder braucht seine Insel.
 

Da die Bahamas nicht nur aus den Abacos bestehen, wird es an der Zeit, dass wir auf die nächsten Inseln hüpfen: Erst geht‘s auf Eleuthera, dann nach Nassau zum Einkaufen (New Providence) und weiter auf die Exumas.

Spanish Wells, Eleuthera
   
   
Pipe Cay, Exumas

 

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