Kuba (2. Teil) vorher | nachher
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Die zurückgelegte Strecke zwischen Cienfuegos und Puerto Vita beträgt 615 Meilen (1139 km).

Februar-März 2012

Während Heidi und Robert in Havanna bleiben und auf ihren Besuch warten, fahren wir in einem bequemen Kollektiv-Taxi zurück nach Cienfuegos. Hier schmoren wir einen halben Tag im Büro der Immigration, um die Verlängerung unseres Visums zu erhalten. Ebenso ergänzen wir unsere Kombüse mit Gemüse und Früchten und legen als dann nach Casilda ab, ein Fischerort, welcher sich rund 10 Kilometer von Trinidad befindet.

Direkt hinter der kleinen Marina befindet sich der schreckliche Betonkomplex des Hotel Ancon. Mit dem günstigen Shuttle-Bus, der direkt vor dem Hotel hält, können wir ins touristische Zentrum von Trinidad fahren.

Die Stadt besitzt sehr viel Charme. Wir schlendern durch die Pflastersteingassen, werfen Blicke ins Innere der Kolonialhäuser und saugen die typische Atmosphäre in uns auf.

 
 

Trinidad gilt als schönste Stadt Kubas. Der erreichte Wohlstand mit Zuckerrohranbau Ende des 18. Jahrhunderts "verdankten" sie vor allem der Sklavenausbeutung.

Wir kehren noch zweimal in diese farbenprächtige Stadt zurück, um u.a. abends in den diversen Casas de la Musica den Salsakonzerten beizuwohnen.

 
   
   
   

In 7 Stunden wird zu Tisch gebeten.


 
 

 

   
   
5 Tage später verlassen wir Casilda Richtung Golfo de Ana Maria, wo sich die sogenannten königlichen Gärten (Jardines de la Reina) befinden, ein Archipel mit nicht weniger als 900 Inselchen und Cayos. Die flachen, mit Mangroven und Buschwerk bewachsenen Cayos sind naturbelassen und unbewohnt.   
 
 
Verschiedene Navigationsmöglichkeiten bieten sich uns an. Wir wählen zuerst die innere Route, um nach Cayo Zaza de Fuera zu gelangen..

 

..gefolgt von Estero Ingles, wo wir ein weiteres Mal nur dank unserem geringen Tiefgang durch die enge Passage in die wunderschöne Lagune gelangen. Einziger Nachteil ist, dass man den Ankerplatz bei Niedrigwasser oder nachts, z.B. bei einem allfälligen Sturm,  nicht verlassen kann. Der Ankerplatz selbst bietet aber bereits sehr guten Schutz.

Abends kehren kubanische Fischer in die Lagune zurück und tauschen 4 frische Langusten gegen T-Shirts und Rum.

 
 

In Cayos Cuervo treffen wir wieder auf Janie und Guillaume aus Kanada, die wir in Cienfuegos kennen gelernt haben.

Mit den Dinghis gehen wir auf Entdeckungsfahrt, ergründen die kleinen Korallenblöcke mit dem Schnorchel und verbringen einen angenehmen Abend auf ihrem Boot.  

 
   

Durch den Kanal Caballones verlassen wir den flachen, inneren Bereich und segeln am Aussenriff an sehr schönen Inselgruppen entlang.

Abends ankern wir ganz zu hinterst im Pasa Cachiboca, gut geschützt von Schwell, jedoch starker Strömung ausgesetzt. Zum Glück hatte es fast keinen Wind und der Anker hielt während der wechselnden Tide gut.

 

Der Wetterbericht meldet für die kommenden Tage einen Starkwind aus Nordost, ideal für die Weiterfahrt. Kurz vor dem Einnachten setzen wir die Segel mit 2 Reff sowie die Trinquette (kleines Vorsegel). In einer rasanten Fahrt erreichen wir bei Sonnenaufgang Cabo Cruz (80 Meilen entfernt). Der Ankerplatz hinter dem langen Korallenriff erweist sich als exzellent.

Um uns von der letzten Freinacht zu erholen gehen wir früh ins Bett. Gegen 20h30 werden wir von einem Kubaner aus dem Schlaf gerissen. Bei Dunkelheit überquerte er schwimmend die Bucht, um uns in einem Plastiksack Eier und Früchte zu bringen. Er hatte Angst von der Küstenwache entdeckt zu werden, im Gegenzug haben wir uns erschrocken, weil wir ihn erst am nächsten Tag erwarteten. 

 

Flott geht es weiter. Am übernächsten Tag gegen 4 Uhr morgens verlassen wir Cabo Cruz in der Dunkelheit. Etwas angespannt folgen wir den GPS Markierungen und umfahren das lange Riff grosszügig. Die Passatwinde blasen um diese Zeit weniger stark und der frühe Start bringt uns vor dem Mittag nach Marea del Portillo.

Im Verlauf des Nachmittags nähert sich uns ein kleines Bötchen. Eine Frau rudert mühsam gegen den Wind. Mit an Bord ist ein Mann von der Küstenwache mit seiner tadellosen Uniform.  In unserem Cockpit werden die nötigen Formulare ausgefüllt und etwas Smalltalk geführt.

Beim Verlassen lässt uns Josephina diskret wissen, dass wir doch bei ihr zu Hause vorbei schauen sollen, wenn wir an Land gehen. Sie hat natürlich nur eine Idee im Kopf, Früchte und Gemüse gegen Seife und T-Shirts zu tauschen. An den konvertiblen Pesos ist sie nicht interessiert.

 
 
Nach dem Tauschhandel und einem Spaziergang durch das kleine Dörfchen, führt uns der Weg den langen Strand entlang zu einem grossen Hotelkomplex, wo wir nach langem wieder einmal unsere E-Mails abrufen können.
Die nächste Etappe führt uns nach Chivirico, wo wir mit erhöhtem Pulsschlag die heikle und enge Einfahrt passieren. Die Navigationskarten sind nicht sehr präzis und eine gute Sicht ist unerlässlich, um an den vorgelagerten Riffen vorbei in die gut geschützte Lagune zu gelangen.
 

 
Auch hier unternehmen wir einen Landgang und entdecken ein authentisches Dorf, weg vom Tourismus. In der nationalen Eisdiele Coppelia schlecken wir mit Einheimischen auf der Terrasse Eis und sind zugleich die Sonntagsattraktion. Es hat viele Kinder in Sportkleidung, überwacht von ihrem Sportlehrer der ganz glücklich ist, mit uns ein paar Worte wechseln zu können.
Unser nächster Schlag bringt uns nach Santiago de Cuba. Wir sind wirklich froh, als wir beim Fort «El Morro» in ruhigeres Gewässer abbiegen können. Die letzten Meilen in einer Kreuzsee sowie starken Gegenwind waren sehr unangenehm.

 

Die Pseudo-Marina mit kaputten Betonstegen, wo Wasser und Elektrizität Mangelware ist, hat zusätzlich die Spezialität, sich in der Nähe einer Raffinerie zu befinden. Diese ist laut, besonders nachts und der austretende Schwefelrauch hinterlässt nach kürzester Zeit gelbe, hartnäckige Flecken auf dem Deck! Die Marina befindet sich zudem weit vom Stadtzentrum entfernt (ca. 12 km), wo man praktisch nur mit dem Taxi hinkommt, ausser man will auf den Bus warten, der vielleicht zwischen 9h und 11h vorbei fährt. Wir hätten uns diese Marina gerne erspart, aber leider gab es keine Alternativen.

   

Santiago de Cuba, die zweitgrösste Stadt des Landes, sowie die Umgebung sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

 
   
   
   
   
 

Die Zeit drängt, unser Visum läuft bald aus und der Wetterbericht ist relativ gut für die Weiterfahrt. So verlassen wir  bereits nach drei Tagen Santiago de Cuba vor dem Sonnenuntergang.

Nach ein paar Stunden, es ist fast Mitternacht, erreichen wir Guantanamo. Was für ein Kontrast. Fast alles ist beleuchtet, es kann keiner entkommen. Jeder Schritt wird beobachtet und wir schauen genau auf unseren Karten, dass wir nicht die amerikanische Grenze übertreten.

Am nächsten Morgen erreichen wir unseren letzten Ankerplatz, Baitiquiri, an der Südküste.  Es dauert nicht lange, bis das Militär auftaucht und sich nicht erfreut zeigt, uns zu sehen. Sie erlauben es aber, dass wir uns ein paar Stunden ausruhen.

 
 

Unsere Abfahrt kurz vor dem Eindunkeln wird genauestens durch das Fernglas mitverfolgt. Die folgenden Stunden bis zur «Punta Maisi» sind mühsam. Wellen und Gegenwind ziehen das Ganze in die Länge. Wir müssen uns das Kap verdienen. Aber ab dann haben wir den Wind mit uns und segeln mit halben Wind Baracoa entgegen.

In Baracoa lassen uns die Offiziellen wissen, dass der Ankerplatz gefährlich sei. Sie befürchten, dass uns Kubaner zwingen könnten, sie mit in ein anderes Land zu nehmen.

Da es uns auch nicht erlaubt ist, an Land zu gehen, verlassen wir Baracoa am nächsten Morgen Richtung Puerto Vita, ein Ein- und Ausklarierungshafen. Von hier aus planen wir die Ueberfahrt auf die Jumentos/Bahamas.  

 
   

Mit kanadischen Nachbarn machen wir einen Ausflug nach Holguin.

 
   

Ein kubanischer Englischlehrer spricht uns auf der Strasse an und bietet sich als Reiseführer an. Er erzählt uns viel Interessantes über die Stadt. Wir bedanken uns mit einer Einladung in ein von ihm empfohlenes staatliches Restaurant.

 
   
   
   

Hier eine kleine Uebersicht der Papiere, die ausgefüllt werden müssen, wenn man in kubanischen Gewässern segeln will.

 

 

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