Curaçao --> Jamaica vorher | nachher
zurück zum Logbuch
Die Entfernung zwischen Curaçao und Jamaica beträgt 556 Meilen (1'029 km).

Oktober bis Dezember 2011

Nach einer langen Reise mit viel Wartezeiten in Amsterdam und Aruba kommen wir abends in Curaçao an. Wo ist unser Gepäck mit all den Ersatzteilen? In Amsterdam haben wir unsere 2 Taschen auf dem Tarmac stehen sehen und verfolgt, wie sie in den Flieger auf der Backbordseite verfrachtet wurden. Wir melden dies dem Bodenpersonal und nach nochmaligem langen Warten können wir aufatmen. Plötzlich dreht sich das Gepäckkarussell und unsere 2 Taschen kommen daher. Nach einer halbstündigen Taxifahrt erreichen endlich unser Zuhause, doch wir müssen erst noch den Regenschauer abwarten, bevor wir mit unseren schweren Taschen die Holzleiter hochklettern können. Todmüde fallen wir in die Kojen.

Warten in Amsterdam

Anderntags legen wir gleich los. Dieses Mal erledigen wir die Arbeiten selber. Als Erstes müssen wir aber die bestellen Teile und Antifouling-Farbe beim Shipchandler abholen, bevor wir am übernächsten Tag mit dem Anstrich anfangen können.

 
 

Bevor wir Curaçao verliessen, putzten wir Vanupieds gründlich. Während unseres Aufenthaltes in der Schweiz war das Boot dann auf einem gesicherten Areal abgestellt, welches sich eigentlich ausserhalb der Arbeitszone befindet. Trotzdem war das ganze Boot mit Rostflecken bedeckt, die normalerweise von Metallstaub von andern Booten stammen, welche sägen oder schleifen. Wir melden dies der Werft, aber Pierre, einer der Co-Besitzer meint salopp, dass niemand beweisen kann, dass unser Boot nicht schon schmutzig in die Werft kam. Da fehlen einem die Worte. Mit Q-Tipps und Säure bewaffnet entfernen wir so gut wie möglich die Rostflecken.

Spanish Water, Ankerzone B
 

Am Freitag, 21. Oktober, kommt Vanupieds mit einem neuen, schwarzen Anstrich ins Wasser. Wir verweilen nicht lange in dieser schmutzigen, ölverschmierten Brühe und kehren unverzüglich nach Spanish Water zurück.

 
Selbstgemachtes Bündnerfleisch

Die Hurrikansaison geht erste Ende November zu Ende. Deshalb kehren wir mit Vergnügen nach Bonaire zurück, um nochmals einige Tauchgänge machen zu können.

Auf dem Weg dahin, wir segeln einen harten Am-Wind-Kurs, überfliegt uns ein Helikopter der Coast Guard. Einige Meilen vor Bonaire taucht plötzlich eine Flotte der Coast Guard auf.  Auch die drehen um uns herum. Es dauert nicht lange, wird ein grosses Beiboot mit 6 Männern ins Wasser gelassen, die Kurs auf uns halten. Wir versuchen sie per Funk zu erreichen, erhalten aber keine Antwort. Sie machen uns Zeichen, dass sie bei uns an Bord kommen wollen. Na toll. Wir rollen die Genua ein und starten den Motor. Die See ist ziemlich ruppig, nicht gerade ideal, im Päckchen zu liegen und Cowboys an Bord zu lassen, die mehr als schwarze Spuren hinterlassen. Dass unsere Relingstütze dabei verbogen wurde, merken wir erst später.

   

Einmal an Bord, kontrollieren die bewaffneten Typen unsere Papiere und entnehmen Staubproben von Koje, Salon und Toilette. Einer der Männer bringt die Entnahmen aufs Hauptschiff, wo die Proben auf Drogen und Waffen analysiert werden. Etwas Unwohl ist uns schon beim Gedanken, dass jemand während unseres Aufenthaltes in der Schweiz ein Säckchen mit weissem Pulver auf dem Boot hätte verstecken können. Die Entwarnung kommt 20 Minuten später. "Negativ" tönt es aus dem Lautsprecher des Funkgerätes und weg sind sie, die Cowboys.

 
Klein-Bonaire

In Bonaire verbringen wir die Tage mit Baden, Tauchen, Surfen (im Internet) und Einkaufen. Wir bunkern so viel wie möglich für die bevorstehenden Ueberquerungen nach Jamaica und Cuba. Ebenso machen wir einen Dinghi-Ausflug mit Heidi und Robert nach Klein-Bonaire. Wir haben alles mit dabei für eine Grillade. Wir geniessen Steaks, Entrecote und Spiesschen vor einer wunderschönen Kulisse bis wir selber Futter der lästigen Moskitos werden.

   
 

Zum Wöhli!!!

   
   
   
   
Kaiserfisch
 
Die Kreuzschifffahrt-Saison hat begonnen. Fast jeder zweite Tag triff ein grosser Kahn ein.

Zwischen den «Northers» (Kaltfronten aus den USA), den tropischen Wellen und fehlenden Passatwinden finden wir ein Wetterfenster für Dienstag, 22. November, um nach Jamaica aufzubrechen. Wir klarieren am Vortag aus, verstauen Dinghi und bringen den Windpilot an. Aber es kommt anders. «Leider» hören wir am Dienstagmorgen den Wetterguru, Chris Parker, auf der Kurzwelle. Er sieht eine mögliche Formation eines Tiefdruckes (Tropical Depression) auf unserer Strecke. Also verschieben wir die Abfahrt... Zum Glück ist das Ein- und Ausklarierungsprozedere in Bonaire sehr einfach. Zoll und Immigration sind im gleichen Gebäude untergebracht. Die Dame am Schalter nimmt unsere Papiere entgegen und meint, sie würde dann bei unserer definitiven Abreise einfach das Datum ändern.

Der Windpilot wartet auf seinen Einsatz.
 

Warten ist angesagt. Nach einer Woche entscheiden wir uns, nach Curaçao zurück zu gehen, da in den kommenden Tagen eine Umkehrung der Winde vorhergesagt wird und den Liegeplatz ungemütlich machen würde.

 
Spanish Water, Ankerzone C
   
   

Erneutes Einklarieren beim Zoll in Willemstad.

   
   

Einen Tag lang mieten wir ein Auto und entdecken die Insel mit Heidi und Robert. Auch hier gibt es einen Nationalpark, Shete Boka, der aber bedeutend kleiner ist, als in Bonaire.

   
Boka Kalki
 
   
Boka Pistol
 
   
Einer der schönen Strände der Insel: Groot Knip
 
 
In Williwood posieren die Flamingos.
   
 
Mega Pier für Mega Cruiser
Rif Fort mit Renaissance Einkaufspassage in Willlemstad.
 

Inzwischen haben wir alle frischen Vorräte aufgegessen. Erneute Einkäufe sind angesagt, der Kühlschrank ist proppenvoll. Doch endlich ist es soweit. Am Samstag, 3. Dezember um 10h30 lichten wir den Anker.

562 Meilen (ca. 1040 km) trennen Curaçao von Jamaica. Die ersten paar Stunden kommen wir nicht so richtig vom Fleck, denn wir segeln der geschützten Küste Curaçaos entlang. Kurz vor dem Eindunkeln, mittlerweile auf Höhe von Aruba, überrascht uns ein Squall mit maximalen Böen um die 36 Knoten. Der Wind stabilisiert sich und bläst danach fast die ganze Strecke über mit 20 Knoten. So erreichen wir Port Morant kurz vor dem Eindunkeln in 3 Tagen und 8 Stunden mit einer schönen Durchschnittsgeschwindigkeit von etwas mehr als 7 Knoten.

   
Das dritte Crewmitglied, unser treuer Windpilot, macht sein Job hervorragend.
 
 
Wieder einmal feiert Thierry seinen Geburtstag auf hoher See. Die Wellen meinen es aber gut und wir geniessen ein feines Entrecôte, ohne den Tellern hinterher springen zu müssen.
Der Zoll und die Küstenwache kommen an Bord.
 
 

Jamaica- mit Q-Flagge, die gehisst bleiben muss, weil die Gesundheitsbehörde noch nicht an Bord gekommen ist.

 

   
 
Station der Küstenwache in Port Morant.
Idyllischer Ankerplatz.
 

 

Nächster Bericht: Jamaica vorher | nachher
zurück zum Logbuch